Rekapitalisierung “rettet” die Banken nicht, Mark

Frankfurt

Wie gut steht es wirklich um deutsche Banken?

Mark Schieritz schreibt im Herdentrieb “Rettet die Staaten und nicht die Banken”, allerdings ist es wenig plausibel was er schreibt:

Es ist klar, dass die Banken auf Basis dieser Markterwartungen ziemlich viel Geld bräuchten, damit  ihnen wieder vertraut wird – und dass Christine Lagarde deshalb massive Rekapitalisierungsprogramme fordert. Damit aber zäumen wir das Pferd von hinten auf. Denn es droht eine Situation, in der zwar die Staaten pleite, aber die Banken wohl kapitalisiert sind. Sieht so kluge Politik aus?

Ja, so sieht kluge Politik aus. Warum? Weil Banken durch Rekapitalisierung eben nicht gerettet werden, sondern ihre Eigentümer per Verwässerung ihrer Anteile in die Wüste geschickt werden. Damit hat man schon mal einer wichtige Gruppe, die Verluste tragen kann und sollte, eben solche aufgebürdet.

Denn Verluste muss irgendjemand tragen: GR ist hoffnungslos überschuldet (kein Eurobond und kein EZB Anleihenkauf oder was auch immer würde daran etwas ändern, oder hätten daran etwas geändert, es ist ein größtenteils nicht-Keynesianisches Wachstumsproblem kombiniert mit einem massiven Politikproblem), POR vermutlich auch. IRE ist auch deshalb so schlecht dran, weil ihnen verboten wurde, europäischen Banken Verluste aufzubürden. Die Anleihen dieser Länder “sicher” zu machen, wie Mark möchte, würde Einmaltransfers in Milliardenhöhe erfordern.

Im Gegensatz zu Mark denke ich, dass als allererstes die shareholder (die jahrelang abenteuerliche Renditen meinten einstreichen zu müssen) bluten müssen. Leider ist das bisher nicht geschehen. Statt dessen hat der deutsche Steuerzahler große Risiken aus GR, IRE und POR auf seine Schultern genommen – am liebsten natürlich versteckt unter einem doppelten Boden (= EZB), damit es dem Steuerzahler nicht so auffällt. Daher hier nochmal explizit: jeden Euro Verlust, den die EZB mit ihren Anleihenkäufen macht, werden die Steuerzahler Europas tragen. Denn EZB-Gewinne fließen den Staaten zu und werden in Zukunft entsprechend geringer ausfallen.

Eine erzwungene Rekapitalisierung (oder in manchen Fällen schlicht Abwicklung) von Banken ist der erste sinnvolle Vorschlag seit langer Zeit (den ich schon im Frühjahr 2010 angewendet hätte), und ich hoffe sehr, dass die deutsche Regierung sich dies auf die Fahnen schreibt. Aber ich habe Zweifel.

Denn wie FT alphaville berichtet, sieht es für deutsche Banken gar nicht gut aus, wenn man einmal richtig harte Stresstests durchführt. Und deutsche Banken sind politisch und journalistisch vermutlich sehr gut vernetzt. Welche Banken würden zum Beispiel auch bis 2019 die Richtlinien von Basel III nicht erfüllen?

[T]he UK’s RBS, Germany’s Deutsche Bank and Commerzbank and France’s Credit Agricole. … Although the markets have moved on from worrying about the Italian banks to concerns now about the French, the next shoe to drop really does appear to be with regards the German banks, where even giving them a long period to earn their way out of trouble may not preclude a massive and perhaps forced, re-capitalisation.

Aber zum Glück haben die Banken schon vor Jahren damit angefangen, ihre Bilanzen zu korrigieren und zu säubern. Oder?

European banks look to us as if in some cases they haven’t even begun the balance sheet repair process, with record high assets, large wholesale funding gaps, small cumulative loss realisations compared to total assets and thin capital bases.

Man kann garnicht oft genug betonen, wie falsch es ist zu behaupten, dass Banken zu retten und nur ja vor Verlusten zu bewahren ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung unserer Probleme ist.

Update: In den Kommentaren findet Ihr noch gute, weiterführende Links. Schaut mal rein.

Update II: Mark antwortet im Herdentrieb.

Inflation expectations, German Literature Edition

Lion Feuchtwanger on a GDR stamp

Lion Feuchtwanger on a GDR stamp

The new teeth were not fully in his possession yet; but he could have put the missing 25 Emm on the table of the house at any time and made the teeth his. The reason he didn’t was that many people had explained to him that the entrance of the nationalistic party into the government would lead to inflation, and that is why he hoped to pay the remaining amount with debased money in the future. …

The business was running better than expected given the usually less busy winter times. The rumors of inflation had pushed many to put their money into furniture rather than into their bank accounts. …

This is the Jewish furniture salesman Wolfsohn in Lion Feuchtwangers The Oppermanns (1934), considering – in February of 1933 (after Hitler took power in January 1933) – his payment options for his dental surgery and the success of the furniture store he works in.

Of course, the memory of the 1923 hyperinflation was still fresh in 1933, but it shows the force of inflation expectations in shaping spending and saving decisions.

PS: The clumsy translation is mine, I didn’t find a searchable English version on the web. If you are looking for something to read, this book is highly recommended. Klaus Mann (writer and son of Nobel laureat Thomas Mann) called it “the most forceful, and most-read narrative account of the German calamity”.

Henrik Müllers verquere Schreckensszenarien

Ein Gastbeitrag von Henry Kaspar

Henrik Müller, stellvertretender Chefredakteur des Manager-Magazins, warnt in einem Beitrag auf SPIEGEL Online vor einem griechischen Staatsbankrott und dem Austritt Griechenlands aus dem Euro. O-Ton Müller:

1. Ein Schuldenschnitt würde unsere Hilfszahlungen an Griechenland nicht beenden, sondern sie auf unabsehbare Zeit erhöhen.
2. Wenn Griechenland den Euro verlässt, verändert die Währungsunion grundlegend ihren Charakter, mit schwerwiegenden Folgen für alle anderen Staaten.

Leider enthält der Artikel mehrere unbelegte und, in meinen Augen, widersinnige Behauptungen. Ich fürchte was folgt wird deshalb ein Verriss. Er gilt nicht der Person Müllers, sondern einer Argumentation, die in der deutschen Debatte weit verbreitet ist - Müllers Artikel muss gewissermassen als Exempel herhalten. Ich sollte anfügen dass ist nicht den ganzen Aufsatz disktutiere. Müller skizziert z.B. ein Grand Scheme zur Rettung Europas, auf das ich aus Platzgründen nicht eingehe. Auch enthält sein Artikel Vorschläge mit denen ich durchaus sympathisiere, etwa die Forderung, Europas institutionellen Rahmen so zu ändern dass geordnete Staatsinsolvenzen möglich sind.

Nun zum Artikel.

Entscheidend ist die Frage, was mit Griechenland nach einer staatlichen Insolvenz passieren würde. Stellen wir uns also das Szenario einer “geordneten Insolvenz” vor: Athen verhandelt mit seinen Gläubigern einen Schuldenschnitt um 50 Prozent. Internationaler Währungsfonds (IWF), Euro-Rettungsfonds (EFSF) und Europäische Zentralbank (EZB) stehen bereit, um Griechenlands Banken zu rekapitalisieren und weiterhin mit Liquidität zu versorgen. Banken anderer Länder, die durch Abschreibungen in Schieflage gerieten, würden gestützt. Etwaige Ansteckungseffekte in Italien und anderswo würden durch Anleihekäufe der EZB verhindert. Also alles gut? Von wegen! Griechenland hätte auf lange Zeit keinen Zugang zum Kapitalmarkt. Die eigenen laufenden Einnahmen würden kaum ausreichen, um den Staat zu finanzieren. Da das Land tief in der Dauerkrise steckt, ist nicht absehbar, wann die Steuereinnahmen ausreichen, um die Ausgaben zu decken – selbst wenn der griechische Fiskus einer Generalreform unterzogen würde.

Die These: ein überschuldetes und deshalb strukturell zahlungsunfähiges Land hätte eher Zugang zum Kapitalmarkt als ein strukturell zahlungsfähiges. Mir scheint das absurd (und noch absurder dass es nach Entschuldung schwieriger sein soll das Budget auszugleichen).

Ich vermute Müllers These basiert auf der Unterstellung, Investoren würden Insolvenz als Folge von Zahlungsunwilligkeit – und nicht Zahlungsunfähigkeit – sehen. A la: ”der Huber hat bei mir anschreiben lassen und nicht gezahlt, jetzt kriegt der nix mehr”. Märkte mögen kurzsichtig und manchmal irrational sein – aber diese Haltung wäre schlicht dumm. Investoren müssten verkennen dass Staatsschuld von 180 Prozent des Sozialprodukts schwerer zu bedienen sind als Schuld von 80 oder 90 Prozent des Sozialprodukts.

Lassen wir sie selbst sprechen – Fitch Ratings z.B. bewertet die Dinge wie folgt:

The larger the haircut that bondholders accept, the better the outlook for the Greek sovereign from a credit quality perspective after the default. That is because the debt burden would be lifted and consequently the need for austerity would be less”

Nun meint Müller ein Beispiel gefunden zu haben das Fitch Lügen straft:

Wie Argentinien seit 2002 wäre Griechenland auf unabsehbare Zeit vom globalen Kapitalmarkt abgeschnitten.

Stimmt das? Richtig ist dass Argentiniens Regierung seit 2002 – als sie Insolvenz erklärte und das Currency Board (eine Art ganz besonders fester Wechselkurs) mit dem U.S. Dollar aufgab – keine Staatsschulden im Ausland mehr aufgenommen hat. Aber nicht weil sie das nicht gekonnt hätte, sondern weil sie den internationalen Kapitalmarkt nicht mehr brauchte: seit der Krise erwirtschaftet Argentinien Leistungsbilanzüberschüsse (im Gegenstaz zu grossen Defiziten vor 2002), d.h. die Regierung kann ihren Finanzierungsbedarf aus heimischer (statt ausländischer) Ersparnis decken.

Weiter mit Müller:

Folglich müssten die übrigen Euro-Staaten, wahrscheinlich die EU-Staaten, die griechischen Defizite für sehr lange Zeit decken. Das Land hinge auf Dauer am Tropf der Gemeinschaft. Die Geberstaaten hätten also nichts gewonnen: Wir müssten die immensen und schwer kalkulierbaren Kosten der Kriseneindämmung tragen und anschließend immer weitere Milliarden überweisen.

Mir scheint das Gegenteil richtig: Transfers an ein strukturell überschuldetes und wettbewerbsunfähiges Griechenland sind notwendig permanent. Die Griechen können ihre viel zu hohen Schulden nicht bedienen, folglich müssen es andere tun. Nach Umschuldung und Abwertung gibt es hingegen eine Chance auf Erholung der griechischen Volkswirtschaft, und damit die Aussicht dass Griechenland seine Zahlungsverpflichtungen selbst tragen kann.

Dies soll nicht durchaus berechtigte Sorgen vor möglichem finanziellen Chaos bei einer ungeordneten Insolvenz herunterspielen, insbesondere dessen Auswirkungen auf ein unzureichend kapitalisiertes und eng vernetztes europäisches Bankensystem. Aber permanent wäre die Verwerfungen nicht, und zu leiden hätten unter ihnen vor allem Griechenlands Gläubiger.

Weiter:

Soll also Griechenland die Währungsunion verlassen? So hat es schließlich auch Argentinien 2002 gemacht: Die Regierung in Buenos Aires hörte nicht nur auf, ihre Schulden zu bedienen. Sie löste auch die feste Bindung an den Dollar, woraufhin der Peso rapide abgewertet wurde und die Wirtschaft brachial an Wettbewerbsfähigkeit gewann. Griechenland jedoch kann innerhalb der Währungsunion nicht abwerten. Also raus aus dem Euro? Man muss die Rückwirkungen mitbedenken: Die sozialen Spannungen im Land würden zunehmen, weil der Lebensstandard rapide sinken würde. Eine mögliche politische Radikalisierung wäre nicht auszuschließen – Europa (und die Nato) hätte plötzlich einen Herd der Instabilität an seiner sensiblen Südostflanke. Zudem würde das Ausscheiden eines Landes die Geschäftsgrundlage der Währungsunion verändern – schließlich soll der Euro dazu beizutragen, eine “immer engere Union der Völker Europas” (Maastricht-Vertrag) zu befördern.

Europa hat jetzt einen Herd der Instabilität an seiner ”Südostflanke”. Erneut scheint mir implausibel dass Instabilität noch grösser sein sollte wenn der griechische Staat wieder solvent und seine Volkswirtschaft wettbewerbsfähig wäre. Auch Argentiniens Erfahrung belegt das Gegenteil: 2002 stand das Land in Flammen; 2003-08 aber, d.h. in den fünf Jahren nach Bankrott und Abwertung, wuchs seine Volkswirtschaft im Durchschnitt um fast 9 Prozent pro Jahr, und dies trotz durchaus zweifelhafter Wirtschaftspolitik (und sofern man den Zahlen der Kirchner-Regierung Glauben schenken kann).

Müllers Argument enthält auch einen systematischen Fehler: es impliziert ohne Abwertung liesse sich das Sinken des Lebensstandards vermeiden. Für ein wettbewerbsschwaches Land gibt es aber genau zwei Optionen, die Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen: das Kürzen von Löhnen und Sozialleistungen (wie die Baltenstaaten nach 2008, Deutschland in den frühen 2000er Jahren, oder Irland 2010/11), oder Abwertung (wie Argentinien 2002). Beides senkt den Lebensstandard: Inländer können sich hinterher weniger im Ausland produzierte Güter leisten als zuvor. Scharfe Lohn- und Sozialkürzungen lassen sich allerdings meist nur über den Umweg von Massenarbeitslosigkeit und sozialem Aufruhr durchsetzten, während nominale Abwertung eine relativ geräuschloser Vorgang ist: danach sind einige Güter eben teurer, bzw. sie verschwinden ganz aus den Regalen und werden durch heimische Produktion ersetzt.

Noch ein Wort zum Schlussteil des Artikels, in dem Müller uns die USA als Vorbild anpreist. So ähnlich wie dort, meint Müller, könne und solle fiskalischer Förderalismus auch in der Eurozone funktionieren.

Es ist aber vor allem ein Mechanismus, der den US-Bundesstaat vor Fiskalproblemen der Einzeltstaaten schützt: die Verpflichtung der Einzelstaaten zu einem ausgeglichenen Haushalt. Auf einzelstaatlicher Ebene erzwingt das eine brutal prozyklische Fiskalpolitik. Alle Ausgaben, für denen die Einzelstaaten zuständig sind – z.B. öffentliche Schulen und Krankenhäuser – werden in Rezessionen regelmässig zusammengestrichen.

Wollen wir das wirklich für Europa?

German inflation is higher, Paul

5 trillion Mark

5 trillion Mark, anno 1923 by Adam Crowe

Paul Krugman has a post on German inflation expectations. Almost everything he writes is true, but there is one problem: I don’t think it’s the German inflation outlook he is looking at.

German inflation-indexed government bonds use the overall Eurozone HICP index as a benchmark, not the German index. So the breakeven rate at Bloomberg, which is currently at a depressing 1.35 % for the next 10 years, is the breakeven inflation rate for the Eurozone, not Germany.

In terms of Eurozone dynamics, Paul is absolutely right: we need to see some inflation such that wage and price adjustments in the periphery are easier to accomplish, that is, without outright deflation. A below-2% inflation target is completely inadequate for the Eurozone.

If we take the target of the ECB as given, the major problem is the sheer size of the German economy within Europe. If the ECB does not tolerate more than a weighted average of 2% inflation, the recent rise in German nominal wages of 4.2% may not help much if it induces the ECB to tighten policy.

What is really tragic is how obvious this is, and how little European economists seem to care.

Is Germany “abusive”?

I usually enjoy reading David Beckworth’s posts, but I am not sure his latest post is one of them. While I also don’t agree with his conclusion (my guest blogger Henry Kaspar, however, does to some extent), it is mainly the arguments in between that require further discussion.

In short, David claims that the ECB is strongly influenced by the German monetary tradition (true), that the ECB made a monetary policy that was fitting for Germany (wrong), that Germany has a “history of abuse” (?) and that therefore Germany should leave the Euro.

I start with his second claim which I think is wrong. Germany was suffering for almost 10 years after the introduction of the Euro from a lack of competitiveness that was hard to tackle given a much too low inflation. Yes, I know, some backward looking Taylor rule with some output gap assumption (hard to get right in a country with massive unemployment) may say otherwise. But isn’t it striking that David’s charts clearly show how nominal spending in Germany grew at a mere 2% (!) whereas the overall European NGDP growth was around 4%?

Wouldn’t a German central bank have acted differently, given 12% official unemployment in 1998 and 2005 and very low (or in Trichet’s words: impeccable! impeccable!) inflation between 1998 and 2004, not to mention such a miniscule core inflation (see chart). Of course it would have.

(HICP for Germany minus food and energy, annualized % change, source: ECB)

Regarding the “history of abuse”, he is referring to Germany’s behavior in the currency crisis of 1992 where Germany insisted on its monetary policy and drove other countries out. The same seems to be happening now. The German monetary tradition, that still shapes the ECB, is devastating for the Eurozone: A headline-inflation-dominated target of below 2% is bad economics for such a diverse monetary union, but hardly any German economist, let alone politician, realizes this. What is more, the ECB is not even tackling the drop of European inflation expectations to a catastrophic 0.6%. Why they don’t do it is beyond me.

However, as noted above, Germany’s insistence on an inadequate monetary policy did also negatively affect Germany before 2006. Germany was abusing itself as much as it is abusing other countries now. Behind this, I think, is just a deeply rooted misunderstanding of monetary economics in all parts of German society: from politicians to bureaucrats, from economists (!) to journalists. That is, admittedly, bad news for the Eurozone.

Whether a German exit from the Euro is the best idea, I am not so sure. If we cannot manage to let Greece default because of a banking problem, how should core banks manage the exit from the Euro? How do you impose capital controls on such a scale in the single market that is the EU? I think if we work hard and creatively on improving the macroeconomics of the Eurozone, it might work in the future. Given the political resistance to a break-up of the Eurozone, we should focus on that.

Update zum Blogguide

Viele positive Reaktionen gab es auf meinen kleinen Blogguide, Danke dafür. Es freut mich, dass Ihr ihn sinnvoll findet, um Euch im Netz etwas umzuschauen – und ihn an Bachelorstudenten zu richten war selbstverständlich nur eine Idee, er gilt für alle, die sich für VWL interessieren.

Drei Blogs, die ich vergessen habe:

  • Econbrowser von Hamilton und Chinn, interessant unter anderem wegen Beiträgen zum Zusammenhang zwischen Ölmarkt und Geldpolitik, wegen guter Gastbeiträge und interessanter Blicke auf die Makro.
  • Economix von der New York Times, eher US-fokussiert, und hat zudem mit David Leonhard ihren Pulitzerpresiträger verloren (wenn ich das richtig verstanden habe), aber dafür mit vielen interessanten Gastbeiträgen.
  • Greg Mankiw, der aus eher konservativer Perspektive die VWL kommentiert, mit einem besonderen Fokus auf Bachelorstudenten, die sein Buch lesen. Schreibt wenig selbst, hat dafür immer wieder schöne Links.

Und auch wenn es kein Blog ist, hätte ich die Ökonomie-Sparte des Handelsblatts empfehlen sollen. Dort machen Olaf Storbeck (der bekanntermaßen einen eigenen Blog auf Englisch betreibt) und Kollegen einen sehr guten Job die neuesten Trends in der VWL-Forschung (und BWL-Forschung, aber wen interessiert das?) einem breiten Publikum näher zu bringen. Aber ich dachte ohnehin, dass jeder VWL-Student in Deutschland diese Sektion liest…

Ein Blogguide für VWL-Studenten

Da ich wenig Kontakt zu deutschen Bachelorstudenten habe und es zu meiner Zeit noch nicht so viele Blogs gab, bin ich mir nicht sicher, ob dieser Eintrag nicht völlig unnötig ist, weil der moderne VWL-Student von Welt ohnehin die richtigen Blogs kennt. Aber auch für mich war es interessant, einmal eine Bestandsaufnahme zu machen, welche VWL-Blogs für VWL-Studenten – je nach Spezialisierung und Interesse – wichtig sind.

Allgemeine VWL

Hier könnte man viele Blogs wählen, aber ich möchte eine kompakte Liste erstellen, kein Literaturverzeichnis, daher hier nur die wichtigsten.

  •  Marginal Revolution, natürlich. Neben unterhaltsamen Einträgen über “Markets in everything”, kommentieren Alex Tabarrok und vor allem Tyler Cowen fast alles in der VWL. Position: eher liberal.
  • Paul Krugman gehört zu den sehr politischen Bloggern, und ist daher manchmal mit Vorsicht zu genießen. Dennoch, unterhaltsam und fundiert. (eher links-lastig)
  • Interfluidity, einen Blog, den wohl wenige hier erwartet hätten, aber ich finde jeden der seltenen und eher langen Einträge sehr intelligent und was man im englischen “thought-provoking” nennt.
  • Econlog, der Blog von Arnold Kling, Bryan Kaplan und David Henderson, wird deutsche VWL Gemüter sicher mehr als einmal provozieren, denn eine solch liberale Haltung traut sich noch nicht mal Hans-Werner Sinn. Auch mich als eher links-lastigen Ökonomen provozieren die Thesen, aber wenn man offen bleibt, lernt man dadurch vielleicht am meisten.
  • Free Exchange ist der Blog des Economist, der in Ryan Avent einen pro-(monetary)-Stimulus Blogger hat, was man vielleicht beim Economist nicht unbedingt erwarten würde. Sehr lesenswert auch, was aus Asien berichtet wird.
  • Der sechste im Bunde ist Modeled Behavior, ein Blog von jungen Professoren aus den USA, der sich immer aktiv in die Diskussionen einschaltet, gerade in Person von Karl Smith. Die anderen beiden Autoren schreiben allgemeiner und weniger aktuell, was aber deshalb nicht weniger interessant ist.

“Filterblogs”

Manche Blogs schreiben relativ wenig selbst, sondern sammeln Berichte und Analysen von anderswo, bieten damit vielen Leuten einen ersten Filter. Natürlich sind es keine reinen Filterblogs, das wäre sicher unfair, aber sie werden wegen ihrer Filtertätigkeit von vielen Leuten gelesen. Daher auch für VWL-Studenten ein guter Einstieg, wenn man nicht weiß, wo man anfangen soll. Das einzige Problem vielleicht ist, dass beide Blogs für US-Verhältnisse eher links-lastig sind, das sollte man wissen.

  • Mark Thomas Economist’s View ist der bekannteste und wichtigste “Filterblog”, und wird gerade wegen seiner täglichen Linklisten gerne gelesen, u.a. von Krugman. Zwei unserer bisherigen drei Links von Krugman verdanken wir mit ziemlicher Sicherheit Mark. Aber seine eigenen Einträge sind ebenfalls sehr gut.
  • Brad DeLong ist weniger Filterblog als Mark, hat aber durchaus Elemente davon und landet deshalb hier. Wie bei Mark auch sind die von Brad selbst geschriebenen Einträge sehr lesenswert. Brad ist sicher einer der scharfzüngigsten links-lastingen Kommentatoren in der Blogosphäre, für Freunde der gesalzenen Debatte ein Muss.

Kolumnen”blogs”

Eigentlich sind sie keine Blogs, sondern Essaysammlungen von Ökonomen im Internet, aber für VWL-Studenten sicher sinnvoll und interessant. Dennoch muss ich sagen, dass die Qualität durchwachsen ist, und es mir scheint, dass sich gerade bei VOX mittlerweile einige tummeln, die einfach sehr mitteilsam sind.

  • Der ökonomische Teil von Project Syndicate ist vermutlich das weniger akademische, aber auch das Beste dieser Portale (aber nicht deswegen). Bhagwati, Eichengreen, Rogoff, Rodrik, Feldstein, … sind einfach immer lesenswert und auch sehr gut geschrieben – ärgerlich, dass es keinen reinen Economics-feed gibt.
  • VOX ist das glaube ich erste Onlineportal für Ökonomenessays, und reicht von wirtschaftspolitischen Essays zur leicht verdaulichen Vorstellung neuerer Forschungsarbeiten. Wenn letzteres dazu verwendet wird, schwache Papiere zu bewerben, ist es etwas anstrengend.
  • Ökonomenstimme ist das deutsche Pendant zu VOX, und sollte von uns allen mehr Beachtung finden, wollen wir eine deutsche ökonomische Debatte in Gang bringen. Es gilt aber in Teilen die gleiche Kritik wie bei VOX.

Development Economics

  • Development Impact, absoluter Pflichtblog, auch für Leute die an empirischer Mikro interessiert sind wie Education, Labor etc. Wenn ich empirisch-mikroökonomisch orientierten VWL-Studenten einen einzigen Blog empfehlen müsste, wäre es dieser.
  • Dani Rodrik, der etwas weniger bloggt als in der Vergangenheit, aber immer noch interessant zu lesen ist.
  • Chris Blattman, mit jeder Menge interessanter Links und auch praktischen Hinweisen für Studenten. Sehr lesenswert.

Makro

Alle Blogs unter “Allgemeine VWL” diskutieren auch Makro, insbesondere seit 2008. Genauso wie die Blogs unten unter “Banken und Finanzmärkte”. Vier Blogs aber beschäftigen sich fast ausschließlich mit Makro und sind daher hier gesondert gelistet.

  • Nick Rowe, einer der Blogger von Worthwhile Canadian Initiative, ist der wichtigste Blogger hier, denn er führt weniger die politischen Diskussionen, sondern bespricht die Probleme und kleinen Rätsel der Makro – für Studenten, die sich ernsthaft mit Makro auseinander setzen wollen, eine Goldgrube.
  • Fault Lines, der Blog von Raghu Rajan, Chicagoökonom und Autor des gleichnamigen Buches, fordert mein Denken über Makro jedes Mal aufs Neue heraus. Er schreibt selten, aber sehr interessant.
  • TheMoneyIllusion, der Blog von Scott Sumner, diskutiert seit Anfang 2009 die gegenwärtige Krise aus einer anfangs völligen Außenseiterposition, die aber populärer wird. Seine Expertise ist die Große Depression der 30er Jahre, in seinem Blog geht es fast ausschließlich um Geldpolitik. Ein Vorteil für Studenten ist, dass Scott nach eigener Aussagen nicht gut in Mathematik ist und Makro daher intuitiv erklären muss.
  • Der Blog von Noah Smith, einem PhD Studenten in Michigan, ist ebenfalls immer einen Blick wert, nicht nur wegen des hohen Humorfaktors, sondern auch wegen seiner engen aber sehr kritischen Verbundenheit mit moderner Makro. Er schreibt aber auch über vieles andere und gehört streng genommen nicht unter “Makro only”.

Banken & Finanzmärkte

Ich bin selbst kein Experte auf dem Gebiet, aber vielleicht qualifiziert mich das ja gerade, hier für Einsteiger die fünf wichtigsten Blogs zu empfehlen – obwohl ich vermutlich hier am ehesten welche vergessen habe weil ich sie schlicht nicht kenne.

  • Natürlich ist FT alphaville der entscheidende Blog hier, es werden viele Analysen von Banken diskutiert, teilweise sehr technisch für Nicht-Experten, aber auch für Studenten der Makro wichtig, so etwas zu verstehen. Der britische Humor der Autoren ist zudem unschlagbar.
  • Felix Salmon, Blogger bei Reuters, schreibt nicht nur über Finanzmärkte, aber oft und sehr informativ. Er ist aber allgemeiner als FT alphaville, und daher vielleicht leichter zu verstehen.
  • Calculated Risk ist ein weiterer, prominenter Blog mit Analysen und Hintergründen. Nicht immer einfach, aber wenn man sich einliest und etwas Background nachliest, kann man sehr viel daraus ziehen.
  • The Baseline Scenario von Simon Johnson und anderen, war während der Finanzkrise in den USA ein wichtiger nicht-technischer Blog, schreibt jetzt weniger aber immer noch interessant, gerade im Bezug auf die politische Diskussion um Bankenregulierung.
  • Naked Capitalism ist der letzte im Bunde. Ich sollte ihn öfter lesen, denn meist finde ich die Einträge sehr gelungen. Gerade im Bezug auf Banken findet man hier viel Interessantes.

Eurokrise

Es schreiben sehr viele der Blogs oben mehr oder weniger regelmäßig über die Eurokrise, allerdings gibt es drei, die ich herausheben möchte, weil das ihr Hauptthema ist:

  • Eurointelligence  schreibt in Person von Wolfgang Münchau und anderen regelmäßig über die Eurokrise. Das Morning Briefing ist leider mittlerweile kostenpflichtig, sehr ärgerlich. Aber 60 Euro im Jahr ist es vielleicht manchem wert.
  • Den Blog The Irish Economy, der natürlich meistens im Kontext von Irland die Eurokrise analysiert und vor allem auch immer wieder interessante Links zu anderen Quellen enthält. Deckt mittlerweile aber auch andere Themen ab.
  • Yanis Varoufakis ist eine kritische, und im besten Sinne anstrengende Stimme in Europa, sein Modest Proposal für Europa hat es mittlerweile zu einiger Berühmtheit gebracht. Mit seiner Skepsis gegenüber der VWL übertreibt er es bisweilen, aber auch das muss man sich anhören, wenn man etwas Distanz zum eigenen Fach bekommen möchte.

Political Economy

In den USA übernehmen die Politikwissenschaftler das Bloggen über politische Ökonomie, sicher interessant für Studenten, die sich für diese Richtung interessieren.

  • “Aus dem Crooked Timber (krummen Holz) der Menschheit ist noch nie etwas gerades entstanden”, in diesem Sinne beschäftigen sich dort die Autoren mit Politik in einem etwas akademischen Sinne und posten häufig.
  • “Democracy is the art of running the circus from The Monkey Cage” ist der Untertitel dieses Blogs. Ökonomen fehlt wohl einfach die Kreativität, ihre Blogs interessant zu benennen… Beide Blogs, “CT” und dieser, sind sich sehr ähnlich aber gleichermaßen lesenswert.

Sonstige

Und natürlich gibt es noch die Paradiesvögel:

  • Overcoming Bias ist der Blog von Robin Hanson, der sehr unabhängig und intelligent aus der Perspektive eines Ökonomen über die Welt, die Zukunft, Medizin, Aliens und Roboter, und vieles mehr sinniert. Eher liberal, manchmal schockierend auf den ersten Blick, regt aber immer zum Nachdenken an.

Da ich nun die Fragen schon erahnen kann, gebe ich hier direkt die Antwort in einer Art FAQ.

Warum hast Du Blog XY nicht mit aufgenommen?

Die Antwort kann sein, dass ich ihn nicht kenne, oder aber, dass ich ihn für nicht gut genug befunden habe um in diese kurze Liste aufgenommen zu werden. Es ist kein vollständiges Blogverzeichnis, sondern ein Guide für Leute, die anfangen wollen, die VWL auch auf Blogs zu verfolgen. Und er ist sehr subjektiv.

Gibt es keinen Blog zum Thema [Themenbereich der VWL einfügen]?

Mit Sicherheit gibt es zu jedem Bereich der VWL Blogs, und ich bin hier für Hinweise dankbar, weil ich irgendwann aus dem etwas Makro/Finanzmarkt-zentierten Lesen etwas raus kommen möchte. Einen Blog über Ökonometrie (eine heroische Aufgabe!) habe ich schon gefunden, Econometrics Beat.

Warum hast Du außer Ökonomenstimme keine deutschen Blogs aufgenommen?

Ich habe rein nach Qualität entschieden, die Sprache ist mir egal. Gegenüber den besten Blogs im englischsprachigen Raum fallen die deutschen Blogs aber eben doch ab. Das ist wohlgemerkt ein relatives Statement, manche deutschen Blogs sind gut. Aber wenn ich ehrlich bin, weiß ich nicht, ob ich meinen kleinen VWL-Blog hier aufgenommen hätte. Es kann natürlich sein, dass ich neue Perlen der deutschen Bloglandschaft schlicht nicht kenne.

Market Monetarism – a (dis)equilibrium story?

This post is excellent, but theory-heavy even by the standards of my nerdy economics blog. If you are coming from the Handelsblatt article and want to know what the blog covers in normal mode, check out the pillar posts, too.

Update: Scott Sumner, Josh Hendrickson and Nick Rowe have some interesting responses to Arash’s post.

A guest post by Arash Molavi Vasséi

Like any other profession, economics is affected by technological progress. The bread-and-butter business of modern macroeconomists – the computation of dynamic equilibrium models – is evidently unthinkable without the computer. This is not as trivial as it might seem, since technology restricts our theory choices. For instance, the rise of the computer accommodated the demise of disequilibrium notions in monetary policy analysis. Instead, Dynamic Stochastic General Equilibrium (DSGE) models that can be ‘brought to data’ and tested by statistical methods came to dominate the profession. Such computable models are (in some sense) microfounded  and, thus, able to display policy-variant ‘best responses’. As is well known, Lucas and Sargent are the heroes of this plot (and not the only ones).

This was quite a revolution. Since David Ricardo, real balance effects and other out-of-equilibrium behavior were supposed to ensure convergence to some long-run notion of monetary equilibrium. The General Glut Controversy isolated an excess demand for money as the unique cause of  AD-constrained output (aka recession), conditional on nominal wage rigidities. Likewise, Knut Wicksell’s interest-rate gap indicates a disequilibrium on the loanable-funds market, controlling the excess growth of aggregate demand over aggregate supply. Milton Friedman simply applied Wicksell’s natural rate concept to the labor market. It follows that ‘Mark I Monetarism’ is disequilibrium analysis as well.

Now, we may witness another technology-induced phenomenon in monetary policy analysis. As Lars Christensen argues, the internet or, more precisely, the blogosphere has provided a platform for the formation of a distinct “economic school” in the aftermath of the Great Recession. Paul Krugman, an outside critic, coined the term ‘Quasi Monetarist’ to describe the views expressed by Scott Sumner, Nick Rowe, David Beckworth, Joshua Hendrickson and William Woolsey. Christensen, who like myself is in sympathy with this ‘school’, prefers the term ‘Market Monetarism’ (MM, which indeed is the more apt label).

In defining an economic school, Christensen is in need for a unifying framework that he defines in opposition to the general trend described above. He claims that “Market Monetarists generally describe recessions within a Monetary Disequilibrium Theory framework” and, thereby, suggests that MM rests on a relapse to pre-DSGE analysis. Accordingly, Christensen argues that “Market Monetarists are critical of the ‘equilibrium always’ views of money held by both New Keynesians and New Classical economists”. He provides plenty of evidence showing that most MM advocates do favor such theory choice. Nick Rowe’s plea for monetary disequilibrium analysis, especially his revival of the proposition that only monetary disequilibria can account for AD-constrained output, figures most prominently in Christensen’s account.

Yet, none of defining characteristics of MM depend on disequilibrium analysis. They rather fit the “equilibrium always” views of money (that rely on money as a unit of account rather than a medium of exchange). In fact, some of the characteristics fundamentally depend on equilibrium reasoning.

1. New Keynesian models predict Rational Expectation Equilibria (REE) with AD-constrained output. Given the expectation channel, expected below-trend nominal spending (aka NGDP) relates to low current spending (if not countered by monetary policy). Given sluggish nominal values, current output falls below its optimal level. In contrast to Christensen’s description of NK models (fn. 8), all markets clear (not just the bond market), though at inefficient levels.

It follows that NK models are consistent with any view that traces the Great Recession to an exceptionally large AD slack. More precisely, since NK models assume that credibly committed monetary policy has full control over expected NGDP, they can accommodate the MM hypothesis that the crisis is due to a mismanagement of NGDP-expectations. In fact, whereas the much more common finance-based interpretation of the crisis asks for some kind of specifications by means of additional frictions, the MM interpretation can rely on pre-crisis variants of the NK model (Eggertson and Bernanke, Svensson, …). Scott Sumner heavily relies on such reasoning.

2. The major advantage of level targeting is that it implements a memory-based adjustment regime. If a central bank is credibly committed, then market expectations quasi-automatically correct deviations from target levels. I cannot imagine a more suitable framework for this kind of analysis than the class of REE models. This also applies to Svensson’s suggestion to target forecasts (and Sumner’s suggestion to target market forecasts). And I have no idea how disequilibrium analysis (or upon Nick’s comparative statics by means of an advanced IS-LM model) could ever improve upon such “equilibrium always” models.

Without a disequilibrium model that reproduces such REE predictions, MM advocates as described by Christensen cannot compete with the mainstream view that still favors some form of inflation targeting. They give up a suitable high-end toolset that allows them to communicate their important message in the language of those whom they want to convince. And MM advocates get nothing in return. The history of economics witnessed many attempts to approach real-world phenomena by means of disequilibrium analysis. All of them proved to be futile in some sense. In short, they follow a poor strategy. This said, MM advocates should be cautious not to be regarded as a distinct economic school.

PS: The common supposition that disequilibrium analysis is ‘more realistic’ than equilibrium reasoning is not well founded. We all agree that the notion of equilibrium is an abstraction and, in this sense, fictitious. But the antagonism of a fictitious concept, say ‘disequilibrium’, is just another fictitious concept. The prominence of disequilibrium analysis in the history of economics is largely explained by the lack of suitable equilibrium notions. If a deterministic stationary equilibrium notion is all that you have, such that stationary primitives equate with stationary outcomes, then you have to rely on disequilibrium narratives. Who knows what Ricardo, Wicksell, or even Hayek would have done, if they knew of primitives as stationary stochastic processes that generate outcomes able to reproduce any kind of empirical time series?

Darf ich darauf verlinken?

Olaf Storbeck hat einen Bericht über VWL Blogs veröffentlicht, in dem er schreibt:

Nicht nur die Quantität, auch die Qualität der Blogs hat zugenommen. Ein Beispiel dafür ist das von einem anonymen deutschen Wissenschaftler im Herbst 2010 gestartete Blog “Kantoos Economic”, das auf hohem Niveau makroökonomische Fragen diskutiert. Vor wenigen Tagen erst hat Paul Krugman ausführlich auf einen Kantoos-Beitrag geantwortet.

Das Lob freut mich natürlich, Danke Olaf – auch wenn der Beitrag, auf den Krugman geantwortet hat, nicht von mir stammte, sondern von meinem exzellenten Gastblogger Henry Kaspar und der Blog natürlich “Kantoos EconomicS” heißt. *Pedanteriemodus aus*

Ich wollte demnächst auch mal einen Beitrag über VWL-Blogs schreiben, allerdings weniger auf Deutschland bezogen. Mal schauen, wann ich dazu komme.

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