Negative peer effects and elite schools

[Warning: this post has a high nerd-factor, read at your own risk]

The recent paper by Angrist et al. „The Elite Illusion: Achievement Effects at Boston and New York Exam Schools“ has received some attention recently, among others by Felix Salmon and Jesse Anttila-Hughes. It shows that attending an elite school does not increase your achievements.

I want to briefly discuss one interesting aspect that Felix and Jesse mention: the comparison that the study in question is making (comaring those that barely made it to those that barely didn’t) .

The empirical strategy follows a regression discontinuity (RDD) design in an attempt to mimic a randomized experiment. The idea is that those that barely made it into the school are very similar to those that barely did not make it. The well-known problem is that such a comparison is local in nature, meaning that the estimates not necessarily apply to other pupils that comfortably made it or that were far away from the threshold.

Jesse suggets that the groups close to the cutoff are in a very different position or rank within the school: being top at an average school or being bottom at an elite school does have consequences on its own. Such a negative peer effect may in part explain why the authors don’t find a positive effect of barely making it into an elite school.

What he doesnt mention is that the authors formally test exactly this Big Fish Little Pond Effect. First, they show that Jesse is right: students drop in rank. But it is not as pronounced as one might assume:

The figure shows the rank in the baseline study in Math for the applicants in the 7th grade. Those admitted (just to the right of the red line) drop from the 75th percentile to the median in the O’Bryant school, for example.

The formal test then shows that the interaction between the peer gap (how far a student is from the average baseline score of the target school) and the treatment (being admitted to the elite school) is negative. In less economic jargon, this means that the effect of going to the better school is larger the lower you are in the ranking and decreases the higher you rank. The BFLPE is therefore not very likely to drive the effects of elite schools down.

The evidence therefore does not support Felix’ first concluding statement:

So if your kid doesn’t get in to Stuyvesant, it’s no bad thing — in fact, it might well be a good thing, given that your kid would probably in that case have been near the bottom of the Stuyvesant class.

But it does seem to support his second:

And before you shell out on school fees, ask yourself whether the money wouldn’t be better spent on other forms of education — books, computers, travel, theater, and the like. School’s important. But it’s not nearly as important as most middle-class parents think it is.

Me? I personally thought that the way kids are educated at school does matter, so evidence like this is somewhat discouraging. But maybe it really doesn’t apply to the brightest kids as much and money is better spent on other activities as Felix suggests.

Gerald Braunbergers geldpolitische Schimpfkanonade

Jeder Leser dieses Blogs weiß wohl, wie sehr ich Gerald Braunberger von der FAZ schätze und wie sehr ich die Diskussionen mit ihm in den Kommentaren zu einigen Einträgen genossen habe. Mit seinem polemischen, in Teilen schlicht falschen Kommentar „Die Überforderung der Geldpolitik“ perpetuiert er aber eine unberechtigte geldpolitische Skepsis in Deutschland, die uns in Europa im Moment und in Zukunft teuer zu stehen kommen wird. Und weil mich das ärgert, muss ich seinen Kommentar hier zerpflücken, werde aber in einem Kompromissvorschlag enden.

Gerald schreibt:

Je unbefriedigender die wirtschaftliche Lage ist, umso größer werden die Ansprüche an die Geldpolitik. … [D]en Notenbanken wird nun auch noch eine weitere Aufgabe nahegelegt: Sie sollen durch höhere Inflationsraten einen Beitrag zur Stimulierung der Wirtschaft leisten, die ansonsten in einer Depression zu verharren drohe. Diese verzweifelt anmutende Idee verdeutlicht den intellektuellen Bankrott, den die seit zwei Jahrzehnten herrschende … makroökonomische Lehre in der Finanzkrise erlitten hat.

Die Ignoranz gegenüber der modernen VWL ist in Deutschland weit verbreitet, und sein „intellektueller Bankrott“ und spätere ähnliche Aussagen befördern dieses Vorurteil, obwohl es viel zu lernen gäbe. Zudem freut sich die Leserschaft der FAZ wohl diebisch an einem solchen VWL-Bashing und wird daher nie verstehen, warum die deutsche geldpolitische Skepsis, die Gerald hier vertritt, Europa in den Ruin führen wird. Damit ist nicht gesagt, dass sich die moderne Makro einig wäre – Henry Kaspar und ich zoffen uns oft genug. Aber eine offenere Betrachtung, auch vom Tonfall, hätte zu Gerald besser gepasst, denn so kommt die ökonomische Debatte in Deutschland nie weiter.

Seine Skepsis bezüglich geldpolitischer Ansichten wie meiner beruht auf zwei Argumenten. Erstens:

Jenseits jeglicher Realität ist die Vorstellung der akademischen Anhänger dieser Lehre, eine Notenbank könne durch Ankündigungen die Erwartungen der Menschen immer zuverlässig steuern. Dazu bedürfte es eines Grundvertrauens der Menschen in die Fähigkeit einer Notenbank, den Wirtschaftsablauf zu steuern, das aus gutem Grunde nicht vorhanden ist.

Dieses erste Arugment formuliert er später so:

Die Vorstellung von der Allmacht der Notenbank … erinnert auch an das Vertrauen sozialistischer Strategen in die Umsetzbarkeit von Fünfjahresplänen. In beiden Fällen liegt der Grundirrtum in der impliziten Annahme, Menschen handelten wie einfach programmierbare Roboter.

Das ist schlicht falsch, niemand braucht ein Grundvertrauen „in die Fähigkeit der Zentralbank, den Wirtschaftsablauf zu steuern“. Man braucht die Einsicht, dass die Zentralbank die nominalen Größen in der Zukunft sehr stark beeinflussen kann (die jeder hat) und die Überzeugung, dass Zentralbankchefs Versprechen ihres früheren Ichs nicht torpedieren. Wenn man dies in ein level target bezüglich einer nominalen Größe wie des Preislevels gießt – eine dieser abstrusen Ideen der modernen Makro – kommt man bei der starken Verankerung einer nominalen Größe heraus, die man natürlich durch entsprechende Setzung der Zinsen und eventuelles quantitative easing (QE) untermauert. Damit stabilisiert man die Erwartungen bezüglich der nominalen Wirtschaft in Zeiten der Unsicherheit – eines der Grundziele der Geldpolitik. Denn die Erwartungen im Kleinen, die Aussichten auf zukünftige Nachfrage nach dem eigenen Produkt, sind im Aggregat die Erwartungen bezüglich der nominalen Wirtschaft und damit für die Konjunkturentwicklung von größter Wichtigkeit. Wer meint, das hätte mit sozialistischer Zentralplanungswirtschaft zu tun, entlarvt sich schlicht als Ideologe.

Das zweite Problem von Gerald mit den geldpolitischen Ansichten der angeblichen Inflationisten ist:

Wer glaubt, Menschen mit Inflationsangst würden heimische Güter und Dienstleistungen kaufen und damit die Wirtschaft ankurbeln, sollte einen Blick in das Deutschland des Jahres 2011 werfen: Hier legen Menschen, die um den Werterhalt ihrer Währung fürchten, Euro-Guthaben in Schweizer Franken, Gold, Immobilien oder norwegischen Kronen an. Damit befördern sie höchstens neuerliche Blasen an Vermögensmärkten, während der deutsche Konsum lahmt.

Leider schießt sich Gerald damit selbst in den Fuß. Denn wie soll die Wirkungsweise von Geldpolitik aussehen, z.B. in UK wo die Geldpolitik aggressiver war und das vermutlich deshalb so halbwegs glimpflich aus der Krise gekommen ist, obwohl kaum ein Land so schwer getroffen wurde? Man würde sich wünschen, dass die Menschen a) in langfristige Güter investieren, weil die Inflation hoch und die Zinsen niedrig sind, und b) das Geld, was sie horten, im Ausland anlegen, damit das Ausland im Gegenzug Güter kauft und ausländische Güter wegen des Abwertens der Währung teurer werden. Man wünscht sich also genau die Dinge, die Gerald unverständlicherweise verteufelt.

Und was sagt, neben Geralds anekdotischer Evidenz, die wirkliche Empirie? Dieser Graph von David Beckworth für die USA zeigt den Zusammenhang zwischen den Erwartungen zum zukünftigen nominalen BIP (in dem Inflation enthalten ist) und dem tatsächlich eingetroffenen über die nächsten 12 Monate.  Schon recht deutlich.


Wenn sich Gerald zu guter Letzt beim Liebling der deutschen Kaufkrafttheoretiker bedient, dem deutschen Konsum, erzeugt das weitere Missverständnisse: der Konsum muss überhaupt nicht „anziehen“, wie es so gerne geschrieben wird, sondern die gesamtwirtschaftliche Nachfrage. Das ist ein großer Unterschied – wobei ich hier sicher bin, dass Gerald das weiß (aber warum schreibt er dann sowas?).

Den Aspekt der Glaubwürdigkeit einer Zentralbank, den Gerald als letztes anspricht, werden wir hier im Blog in Zukunft ausführlicher besprechen – ein spannendes, und nicht so leicht zu beantwortendes Thema wie Gerald meint („Mit der Glaubwürdigkeit der Notenbank spielt man nicht.“). Daher werde ich dem jetzt nicht vorgreifen.

Nun zum Kompromiss: wie wäre es, wenn die Zentralbank einer knallharten Regel folgt, was ihre Glaubwürdigkeit sozusagen zementiert? Und den Rest dem Markt überlässt, sozusagen das Gegenteil von sozialistischer Planwirtschaft. Das einzige, das sie vorgibt: das Level der im Land getätigten Gesamtausgaben, von jetzt bis in alle Ewigkeit. Praktisch gesprochen gibt sie vor, dass die nominale Gesamtausgaben pro Jahr um 5% wachsen und jedes Abweichen von diesem Ziel im nächsten Monat/Quartal/Jahr (also in Zukunft) korrigiert wird (aka level targeting). Ja, es führt gelegentlich zu höherer Inflation, denn in Entschuldungsphasen, wenn das Wachstum darnieder liegt, wird ein solches Ziel höhere Inflation erzeugen. Aber genau das erleichtert die Entschuldung, vermindert die Arbeitslosigkeit und Rezession und vereinfacht zudem auch den Strukturwandel. Zudem bleiben die wirklich wichtigen Erwartungen, nämlich die der zukünftigen nominalen Wirtschaft, fest verankert, sowohl nach oben, als auch nach unten. Der Markt entscheidet, ob es mehr reales Wachstum oder mehr Inflation werden. Und auch Boomphasen werden abgemildert, denn man weiß: ein Überschießen der nominalen Gesamtausgaben wird korrigiert werden, wegen des Levelziels. Es wäre die konservativ-marktorientierte Geldpolitik (in den USA wird sie auch von Leute aus dem liberal-rechten Bereich vertreten), und die natürliche Fortentwicklung von Milton Friedmans k-percent rule. Warum einigen wir uns nicht einfach darauf, Gerald?

PS: die Nullzinsfalle, die für die USA nur mit einigem Goodwill zutrifft, und auf keinen Fall für Europa, habe ich hier einmal außen vor gelassen, und möchte sie auch in den Kommentaren nicht diskutieren, denn darum geht es Gerald nicht.

Warum Mark Schieritz kein Linker ist

Die Definitionshoheit darüber, was in der VWL „links“ ist und was nicht, hatten in Deutschland lange schon die Falschen und als links-lastiger Ökonom sage ich klar: es ist höchste Zeit, das zu beenden. Insofern bin ich Mark fast dankbar für seinen Eintrag beim Herdentrieb.

Er bespricht darin den sehr lesenswerten Essay von FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher und schreibt:

Schirrmacher geht es vor allem darum, zu zeigen, wie im Zeitalter des too big too fail die Fundamente einer marktwirtschaftlichen Ordnung – Eigenverantwortung, der Zusammenhang von Risiko und Haftung – eingerissen werden, wovon Großbanken und Großunternehmen profitieren. …

Schirrmacher attackiert über weite Teile seiner Schrift also keineswegs den freien Markt, er attackiert die Abwesenheit des freien Markts, also den Staatsinterventionismus zugunsten – wie sollte es auch anders sein – des Finanzkapitals. …

Das ist zwar richtig, aber etwas verkürzt. Denn ich denke auch ein Schirrmacher oder Moore akzeptieren, dass man in Finanzkrisen – auf welche die Politik nicht im Geringsten vorbereitet war – als Staat nicht einfach ungeeignete Insolvenzverfahren walten lassen sollte. Wohl aber geben sie implizit zu bedenken, dass man die Kosten dieser Rettungen und Stützungen auch anders verteilen kann. Und damit decken sie sich klar mit linken Ansichten.

Denn was ist eigentlich „links“? Für Mark ist es scheinbar die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Theoriegebäude oder Welterklärungsmuster (Aufgeklärte Linke = (Post)Keynesianismus). Aber nichts könnte falscher sein. Links sein ist im Endeffekt eine Frage der Werte und Ziele: Glaubt man an das soziale Wesen Mensch oder folgt man dem Spruch „Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht“? Ist die Entscheidungsfreiheit des Einzelnen wichtiger, oder greift man manchmal auch staatlicherseits ein, wenn Menschen außer Standes sind, ihre Freiheit zu nutzen? Ist das Ziel eine Gesellschaft, in der die Verteilung von Chancen, Einkommen und Reichtum nicht nur den freien Kräften des Marktes unterworfen wird, sondern gesellschaftlicherseits korrigiert wird, und zwar deutlich?

Nun kann man diese Ziele auf intelligente Weise erreichen (wie etwa Schweden), indem man die VWL ernst nimmt, ihre Erkenntnisse versucht für sich zu nutzen und ein Wirtschaftssystem entwickelt, das sich ohne Naivität an der Gesamtheit (!) der menschlichen Natur ausrichtet. Oder aber man gräbt sich aus lauter Antihaltung gegenüber dem ökonomischen „Mainstream“ in Abseitiges ein und feuert aus dieser Sackgasse zurück:

[Schirrmachers Argumentation] ist ein Topos, den die aufgeklärte Linke nicht unbedingt teilt. Jedenfalls erfährt die Rettung von Euro und Banken aus keynesianischer und postkeynesianischer Ecke wohl die größte Zustimmung …

Die Krise hat gezeigt, dass Eigenverantwortung und die anderen so genannten Werte des Kapitalismus eine Fiktion sind, die wenn überhaupt nur für die da Unten gelten, nicht für die da Oben. … Wirtschaft und Moral sind zwei Paar Schuhe, begreift es endlich.

Das auszuhalten und wo es möglich ist durch staatliche Eingriffe korrigierend einzugreifen, das ist linke Politik. Nicht der Traum vom gütigen Vater Markt. Insofern verstößt die Bankenrettung vielleicht gegen konservative Moralvorstellungen – aber sie ist links.

Der „gütige Vater Markt“ ist natürlich eine polemische Verkürzung, denn niemand erwartet vom Markt „Gütigkeit“ sondern die Überführung von privaten Motiven in gesellschaftliche Resultate. Genau wegen dieser Funktion des Marktes kann man ihn für sich nutzen, zu welchem Zweck auch immer.

Wenn es also eine vernünftige linke ökonomische Agenda gäbe, wäre sicher ein wichtiger Teil dafür zu sorgen, dass die Finanzindustrie von diesem Marktmechanismus ebenso stark, wenn nicht sogar stärker betroffen ist als der kleine Mann auf der Straße, notfalls mit Radikalmaßnahmen kurz vor der Enteignung. Und auch das, was Mark euphemistisch „Eurorettung“ nennt und was de facto ein weiteres Bankenrettungspaket ist, hätte man aus der Perspektive eines wirklich Linken anders lösen können, ja: müssen.

Womit ich zu Marks abenteuerlicher wirtschaftshistorischer Begründung für seine Position komme:

[A]us keynesianischer Sicht [ist] eine der wichtigsten Lehren des vergangenen Jahrhunderts … dass der Versuch, die Eigenverantwortung auf Teufel komm raus durchzusetzen  geradewegs in die ökonomische und politische Katastrophe führt. Wer Pleite Banken einfach Pleite gehen lässt, der kommt bei 1933 raus.

Also Marks Keynesianismus scheint mir in der Tat fremd zu sein, und hat auch mit modernem Keynesianismus wie ich ihn kenne nichts zu tun (überhaupt ist die Frage, wer eigentlich Keynesianer ist).

Doch vielleicht hat Mark unfreiwillig Recht: wer mit Banken radikal umgeht, der kommt tatsächlich bei 1933 raus, in dem Jahr nämlich, als Franklin D. Roosevelt mit dem Emergency Banking Act in den USA das gemacht hat, was Mark scheinbar ein Graus wäre, nämlich den gesamten Finanzsektor der USA in einer Art erzwungenem bank holiday vorübergehend dicht zu machen und dann radikalst zu säubern (aka pleite gehen zu lassen), dem Markt also gewissermaßen zu seinem Recht zu verhelfen, ohne das Land in Chaos zu stürzen – zum Entsetzen der Finanzindustrie. Zudem hob er die Goldbindung auf, verkündete eine Art Preislevelziel für die Geldpolitik und sorgt mit monetärem Stimulus dafür, dass die Industrieproduktion in den nächsten 5 Monaten um über 50% wuchs. Aus dem Gegensatz zu Europa heute sollte man als Linker die wichtigste Lehre ziehen.

Niemand braucht Postkeynesianer oder was auch immer zu sein, um ökonomisch links zu sein. Jeder, der VWL versteht, zu nutzen weiß und damit linke Werte und Ziele erreichen möchte, ist in meinen Augen ökonomisch links. Und wenn sich dann bisweilen die Wege mit strammen Ordnungsökonomen von der FAZ kreuzen, dann geht man ein Stück nebeneinander auf dem scheinbar einzig sinnvollen Weg und trennt sich an der Abzweigung, wo auf dem Pfeil nach links steht „Aufgabe der Zentralbank ist es, die gesamtwirtschaftliche Nachfrage stabil zu halten“ und auf dem rechten „Hauptsache keine Inflation, für unsere vergangenen Sünden müssen wir mit Rezession und Arbeitslosigkeit büßen“.

Ist die EZB auch noch für die Zuspitzung der Krise verantwortlich?

Ihr wisst, dass meine Position zur EZB sehr kritisch ist. Nun gibt es neue Indizien, dass das Anziehen der Zinsschrauben im April 2011 (was völlig unnötig war) direkt zur Schuldenkrise mit beigetragen hat. Ein Graph von Rebecca Wilder zu Malicious ECB rate hikes:


Der erste graue Senkrechtstrich zeigt den Zeitpunkt der ersten EZB-Zinserhöhung im April 2011. Nun wissen wir alle, dass Korrelation noch keine Kausalität bedeutet, aber es ist schon überraschend, wie deutlich der Ansteig der Renditen auf spanische, italienische und belgische Anleihen zeitlich mit der Zinssteigerung zusammenfällt.

Überraschen würde mich eine Kausalität allerdings nicht: mit der Zinserhöhung hat die EZB den letzten Beweis aus einer ganzen Kette geliefert, dass sie mit ihrer unsinnigen Inflationsparanoia in dieser schweren Krise einer der Totengräber des Euro werden möchte. Denn die wirtschaftliche Anpassung in den Peripherieländern wird durch das Anziehen einer ohnehin schon zu restriktiven Geldpolitik extrem erschwert.

Eine andere Interpretation ist, dass die Rezessionssorgen und das Erhöhen der Zinsen zeitlich zusammenfallen. … ? … Ohne Worte.

The country of humor is … Germany!

This is a repost of my post @ A Fistful Of Euros.

As an economics blogger, I am not an expert on international humor, but today’s sad news got me thinking. Germans insist – mostly unsuccessfully – that „German humor“ is not the least bit oxymoronic, the rest of the world just doesn’t seem to understand it. Which is why the prejudice will probably live on.

One of the most German of all humorists, Vicco von Bülow (“Loriot“), passed away on Monday at the age of 87. Explaining what Loriot meant to German humor and culture is difficult (see above). He was probably to German humor what Monty Python was to the British. His sometimes absurd drawings and stories of twisted everyday situations were a provocation at first, but have strongly influenced the way Germans have continued to develop their humor – in comedies, but also in literature and film. “This is just like in Loriot“ is almost a standard expression in German, describing an everyday situation that turns to become so absurd that it is just hilarious.

An example from Loriot’s work: a couple on a romantic date. He, slightly older and played by Loriot himself, starts a short, somewhat serious but also romantic monologue. The only problem: he has a small piece of a noodle from the last dish stuck on his face. The woman cannot concentrate on anything but the noodle on his face. He, somewhat annoyed by her distraction, tries to remove the noodle but then sticks it to some other part of his face. The noodle therefore travels around his face while he tries to get into a serious relationship talk with a completely distracted girlfriend.

Another example is the almost wordless clip „The picture is crooked“, where an older gentleman (again: Loriot himself) waiting in a hotel room for a business meeting, in his attempt to correct a slightly crooked picture on the wall, destroys the whole hotel room.

The most absurd, yet very German, example is probably „Gentlemen in the bath tub„. Two men meet for the first time in one man’s bath tub, and discuss various aspects of taking a bath, when to let in water, at what temperature, when to put a small duck into the bath tub etc. It is mostly a struggle for authority where both keep a formal distance („Herr Dr. Klöbner!“) while sitting naked in a mostly empty bath tub.

There are a few ingredients to German humor of the Loriot type: you need an audience that knows and has witnessed too many times before how people take themselves and their procedures and rules a little too seriously. In other words, they need to be German. What is more, you need a twisted everyday situation that turns absurd in a very subtle manner and in a way that does not offend your audience. And you need to put in hard work. Loriot did not consider himself particularly funny (although he was the most modest person I have ever seen). For him, humor was simply hard work: carefully observing German everyday life, constructing these situations in a small play, working out the details with the actors (for instance with the brilliant Evelyn Hamann), and thereby making it absurd in the Loriot type of way.

To be sure, not all Germans like Loriot. But his work is a perfect example of two aspects of German humor: it exists, and it is very hard to export (something that Tyler Cowen pointed out a while ago). Therefore, being German is perfect if you are a humorous person: On the one hand, you (more or less) understand and appreciate US, British and also other European humor to some extent. On the other hand, and mainly thanks to Loriot, you have access to a very special source of German absurdity humor. When it comes to humor, Germany might actually be the best-supplied country in the world.

Ryan Avent und das Gespenst der 1930er Jahre / Ryan Avent and the Ghost of the 1930s

There is an English version

Ein Gastbeitrag von Henry Kaspar

Ryan Avents gespenstischer Vergleich der Eurokrise mit der Implosion der westlichen Welt in 1930er Jahren hat auch bei mir einen Nerv getroffen, nicht anders als bei meinem Gastgeber Kantoos. So weit hergeholt Avents Parallele zunächst scheint, so beklemmend ist sie bei näherer Betrachtung – als würde ein Drehbuch nach 80 Jahren noch einmal verfilmt werden:

  • Szene 1: das (Wieder)-herstellen einer Währungsunion, gefeiert als Meilenstein auf dem Weg zu Verständigung und Kooperation in Europa (HEUTE: Helmut Kohls Euro. DAMALS: das Wiedererrichten des Goldstandards Mitte der 1920er Jahre im Zuge der Briand-/ Stresemannschen Verständigungspolitik);
  • Szene 3: Abbruch der Kapitalströme im Zuge einer globalen Finanzkrise. Zurück bleiben ebenso überschuldete wie wettbewerbsschwache Volkswirtschaften mit hohem externen Finanzierungsbedarf (HEUTE: die GIPS-Staaten ab 2009 / DAMALS: Weimar-Deutschland ab 1929);
  • Szene 4: der Versuch der Krise mit Austerität Herr zu werden, begleitet von mühsam ausgehandelten, multilateralen Finanzierungspaketen. Alles wird dem Ziel untergeordnet Staatsbankrotte zu vermeiden und die Währungsunion zu erhalten. Die Pakete behandeln strukturelle Überschuldung als Liquiditäts- und nicht Insolvenzproblem (HEUTE: Rettungspakete für GIPS-Staaten / DAMALS: Young-Plan, Young-Anleihe und Hoover-Moratorium); Wettbewerbsfähigkeit muss durch fallende Löhne wiederhergestellt werden anstatt durch Währungsabwertung (DAMALS: Brünings Deflationspolitik) – beides freilich völlig unzureichend um die makroökonomischen Ungleichgewichte zu beseitigen.
  • Szene 5: Fortwährender Vertrauensverlust, Vertiefung der Krise, Aufruhr in den Schuldnerländern, deren Bevölkerungen nicht mehr bereit sind die drückende Last der Anpassung zu tragen, und Ermüdung auf Seiten der Gläubiger (DAMALS besonders destruktiv der U.S. Kongress, der einem gutwilligen aber führungsschwachen Präsidenten – Herbert Hoover – die Gefolgschaft versagte).

Nun muss sich die weitere Szenenfolge aus den 1930er Jahren (als bekannt vorausgesetzt) natürlich nicht wiederholen. Ryan Avent hat wohl Recht dass die makroökonomische Schieflage heute weniger dramatisch ist als damals, und das demokratische und rechtsstaatliche Fundament Europas ist (hoffentlich) tragfähiger. Auch ist die Parallele Goldstandard-Euro nicht perfekt: wie Kantoos bemerkt kann die EZB Euro drucken und damit im Zweifelsfall die Zahlungsfähigkeit der Mitgliedstaaten gewährleisten, während in den 1930er Jahren niemand Gold drucken konnte.

Aber dies ändert nichts an der Richtigkeit Ryan Avents’ bedrückender Beobachtung:

A Europe hoping never to repeat its historical tragedies has gone and blundered into institutions that make those same tragedies more likely. The European project, as it looks now, has failed.

Sprich: das Einführen der Gemeinschaftswährung mag dem europäischen Projekt mehr geschadet als genutzt haben, weil es Länder in wirtschaftliche Zwangslagen trieb, und ihnen zugleich die Politikinstrumente nahm um der Zwangslage zu entkommen.

Freilich überzeugt mich Avents Analyse mehr als seine Schlussfolgerung. Die da ist: wer „Währungsunion“ sagt muss auch „Fiskal- und Transferunion“ sagen:

What has happened now is that Europeans have been confronted with the impact of their previous decision to all hop in the same boat. If citizens of core economies are unhappy with the idea of indefinitely sharing a boat with the Greeks and Italians, then what they’re opting for is not simply the choice to avoid issuance of a eurobond, it’s an end to the euro zone.

In meinen Augen sprechen zwingende politische wie ökonomische Argumente gegen ein Fiskalunion.

Das politische Argument: wer will dass Europäer sich wieder hassen erreicht dies am zuverlässigsten mit der Rückkehr zu Gläubiger-/ Schuldnerbeziehungen zwischen europäischen Staaten, a la Deutschlands Reparationen nach dem ersten Weltkrieg. In Kantoos’ Worten:

So let us recap what a useful fiscal integration will imply: transfers from Germany to other countries. … What is more, we will make conditional transfers out of them, of the sort: money for reforms. Reforms, mind you, that these countries were politically unable to pull off because they are spectacularly unpopular. And here comes the kicker: some of these will be loans that need to be repaid, to an already unpopular creditor. Am I the only one who thinks that this is crazy?

Um das ökonomische Argument zu verstehen hilft es das Drehbuch der 1930er Jahre nochmals zur Hand zu nehmen. Denn auch die Weltwirtschaftskrise kam zu einem Ende – aber erst als:

  1. die Schuldnerstaaten den Schuldendienst eingestellt hatten - nicht nur Nazi-Deutschland, sondern auch Großbritannien und Frankreich, die ab 1932 ihre Schulden aus dem ersten Weltkrieg gegenüber den USA nicht mehr bedienten;
  2. die Währungsunion abgeschafft war. Die meisten Ländern lösten zwischen 1931 (Großbritannien) und 1934 (USA) die Bindung ihrer Währungen an Gold bzw. führten Kapitalverkehrskontrollen und Devisenbewirtschaftung ein (Nazi-Deutschland).

Diese unkontrollierten, meist unlilateral vorgenommenen Schritte führten in der Tat zunächst zu den befürchteten finanziellen Turbulenzen. Aber zwischen Ende 1932 und Anfang 1934 bekam die Weltwirtschaft die Kurve: die meisten Volkswirtschaften fingen wieder an zu wachsen.

Leider waren zu dem Zeitpunkt Demokratie und Rechtsstaat in Deutschland bereits abgeschafft.

Ich ziehe deshalb folgende Lehre aus den 1930er Jahren:

Fundamentale makroökonomische Schiefstände verlangen nach Korrektur der Schiefstände. Finanzierungspakete sind kein Ersatz: sie kaufen allenfalls Zeit um Korrekturen vorzunehmen; an den Schiefständen selbst ändern sie nichts. Und sie sind zum Scheitern verurteilt wenn die Schiefstände so groß sind dass sie im gegebenen institutionellen Rahmen nicht bewältigt werden können. In dem Fall ist der Rahmen selbst Teil des Problems, und muss korrigiert werden.

Dies bedeutet freilich dass Europas Finanzpolitiker sich schleunigst mit folgenden Gedanken vertraut machen müssen:

  1. Schuldenreduktion ist unumgänglich wo Schuldenlasten nicht nachhaltig sind. Es gibt verschiedenen Mittel zum diesem Zweck, alle mit Vor- und Nachteilen behaftet: offener Default, one-off Übertragung existierender einzelstaatlicher Schulden auf die anderen Euro-Mitgliedsländer; Sondersteuern auf Finanzinstitute und Zuführung der Erträge an überschuldete Staaten; oder eine Kombination dieser Maßnahmen. Schuldenreduktion muss freilich von Schritten belgleitet werden die eine Wiederholung der Schuldenkrise unwahrscheinlicher machen.
  2. Abwertung und Euro-Austritt muss eine Option sein; nämlich dort wo Wiederherstellen der Wettbewerbsfähigkeit durch Lohn- und Sozialkürzungen das Land in Brand stecken würde. In dem Fall ist das Lösen der „goldenen Fessel“ Gemeinschaftswährung – um Barry Eichengreens berühmten Begriff zu verwenden – unumgänglich. „Eurobondage“ (ein weiterer treffender Begriff Avents) löst diese Fessel aber gerade nicht, sondern zurrt sie noch fester.

Bislang scheuen Europas Finanzpolitiker vor diesen Schritten (weitgehend) zurück, aus verständlicher Angst vor den kurzfristigen Konsequenzen. Aber Ihr Zögern ist teuer: je länger es dauert desto grösseren Schaden riskieren sie für das europäische Projekt.

English version of this post

German prudence?

Matthew Yglesias is critical of using national clichés in your economics writing, and I couldn’t agree more. There are too many clichés about Germany out there anyway, sometimes reinforced in the weirdest and almost offensive ways.

But I am not sure Matt’s analysis is correct. He writes:

Since everyone knows Germans are prudent, it’s easy to just kind of glide past this assertion. But if you look at the actual budget figures on the right, you’ll see that Spain — a country full of fun-loving Spanish people — was actually running extremely prudent budgets throughout the boom years. The same is true of Ireland and I believe Portugal as well. There was nothing particularly imprudent about German budget practices during this time, but the fact of the matter is that Germany was running a larger budget deficit than was Spain.

Germany was going through an extremely difficult period from the start of the Euro (or better: from reunification) to roughly 2006/07, with slow growth, high unemployment and painful internal devaluation. However, it still managed to maintain a more or less reasonable budget. Spain on the other hand, and Ireland even more so, had a completely unreal period of growth and relatively low unemployment. Comparing their respective budgetary performance to Germany’s before the crisis is very difficult to say the least.

During this crisis, I agree with Matt that Germany’s low deficit is due to its growth rather than its prudence. But then again, for the European periphery that has to devalue internally in order to grow, prudence might also be translated as the ability to maintain macroeconomic discipline in very difficult times. And during a comparable period, the first gold standard in Europe (1880-1914), there were some countries unable to maintain this macroeconomic discipline in the face of deflation. Which ones? See for yourself.

This is not to say that some countries are intrinsically more prudent than others, but as a bond investor, I do assess the political ability for maintained austerity and devaluation when pricing Greek or Spanish bonds. For Germany, a party-wide consensus on a what you would call a „(dynamic) balanced budget amendment“ in the US – at a time when there was no immediate threat to solvency (in fact, that was never the issue) – and 15 years of relatively peaceful internal devaluation would give me more confidence on that front and lower the pressure for immediate austerity.

What is clear, though, is that austerity and devaluation should be facilitated by an appropriate monetary policy. The ECB is therefore one of the least prudent actors in this whole mess.

An information for English (only) readers

Sorry for the delay with implementing this, but I figured out that I can set up an English-only RSS feed that you can add into your Google Reader or whatever you are using. The address is

http://kantooseconomics.com/tag/english/feed/

The continued embarrassment that is European monetary policy … economists?

In the summer 2008, when concerns were growing that a weaker economy was approaching the ECB raised its rates – a step that had to be reversed pretty quickly as we know. Quite embarrassing.

And what happened this time? Another commodity boom „tricked“ the ECB into raising rates at the worst possible time, even though there were no signs of a pass-through of the currently higher headline inflation to core inflation, and thus, to medium term headline inflation. Now, this step will probably be reversed quickly, too. Why? Because even Germany might be heading for a recession.

As my guest blogger Henry Kaspar has pointed out repeatedly, I shouldn’t criticise the ECB for following its mandate. Even though we all know that the ECB broke its own rules in the past when there was a need to do so, there certainly is some truth to that. (Update: Karl Whelan points out in an email that the mandate of the ECB is „price stability“, so the ECB might actually have more discretion than is commonly assumed). So let me instead address those European economists that keep missing that monetary policy is a huge part of the problem, and potentially a big part of a shorter and longer term fix for the Eurozone.

First of all, what is monetary policy supposed to accomplish? Very broadly speaking: macroeconomic stability. An important aspect is to keep aggregate demand (AD) on a stable and predictable path. The reason is simple: prices and wages don’t adjust quickly enough to accommodate nominal changes that are caused by changes in the demand for the medium of exchange (aka money). So better keep the nominal values on a predictable and stable path, so that there is no need for across-the-board adjustments.

Usually, an inflation-based approach is sufficient, and it has stabilized inflation throughout a large part of the world, which is historically a big achievement. Whether it has contributed to the build-up of the current crisis is still an open question. In times of a severe crisis, however, this approach has clearly proved inadequate, as the focus on inflation has allowed AD to plummet 10% (!) below trend:

Such a drop in AD would be devastating for any economy, not only a currency union. It is time to realize that the policy of the ECB has been extremely tight since 2008, measured by the concept of macroeconomic stability and is therefore an important cause of the current mess.

Second, countries in a currency union experience asynchronous business cycles. This is a problem because monetary policy cannot be tailored to all different cycles. So even though there is some differentiation that the central bank can impose, a large part of the adjustment has to come through changes in prices and wages – a painful process as Germany learned during the first decade of the Euro. And as for anything else that is painful, there is one rule: get it over with quickly.

How can you overcome nominal rigidities quickly? Wages rarely decline nominally (see this Krugman post for some nice graphs), which means there is a(nother) zero lower bound. When some countries need to adjust wages and prices downwards, it is best to be further away from this threshold. The reason is simple: if the best you can do is to keep wages constant, the higher the general price increase, the more the decline in real wages. A higher nominal growth during normal times increases your room for manoeuvre during adjustment periods.

The essence of this: choose a higher inflation, or even better, nominal spending target the more diverse (read: suboptimal) your currency union is. For the Euro area, an inflation target of below 2% is inadequate. This seems so painstakingly obvious, and yet you will have a hard time finding European, let alone German!, economists who share this view – even though the evidence from the Gold standard era supports this argument, too.

Finally, economic historians like Kenneth Rogoff point out that we are currently in a situation of high debt and over-leverage that happens only rarely. When it does, the decline and adjustment usually takes many years – unless the central bank takes decisive action to prevent a severe drop in AD. This may entail temporarily higher inflation, as a period of deleveraging may hurt growth. But it is worth it, as Kenneth writes:

[In 2008] I argued that the only practical way to shorten the coming period of painful deleveraging and slow growth would be a sustained burst of moderate inflation, say, 4-6% for several years. Of course, inflation is an unfair and arbitrary transfer of income from savers to debtors. But, at the end of the day, such a transfer is the most direct approach to faster recovery. Eventually, it will take place one way or another, anyway, as Europe is painfully learning. … Some observers regard any suggestion of even modestly elevated inflation as a form of heresy. But Great Contractions, as opposed to recessions, are very infrequent events, occurring perhaps once every 70 or 80 years. These are times when central banks need to spend some of the credibility that they accumulate in normal times.

Higher nominal spending growth (or inflation) is therefore an important building block to solve the current, short term European crisis – even if you disagree with my argument above that monetary policy since 2008 is one of the major culprits for leading us into this mess. The ECB’s achievement to keep inflation at 2% is a Pyrrhic victory, as Ryan Avent ironically describes:

If the euro zone does fall apart, a fitting epitaph [Grabinschrift] might read, „The ECB feared 3% inflation“.

I sincerely do hope that I read the wrong newspapers and missed all those European economists and commentators screaming all these things (or even better: that I am wrong). But whenever I try to hear something, there is just silence – or Axel Weber lashing out at Olivier Blanchard. Meanwhile, European policy makers and central bankers are wrecking one of the most fascinating projects in human history, the unity and friendship among the countries of Europe. This is beyond depressing. Way beyond.

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