Zusammenfassung der Eurokrise

Paul Krugman schreibt in der New York Times einen langen Essay zur Eurokrise. Es ist eine gelungene Zusammenfassung der Ereignisse und der Geschichte des Euro, aus einer nicht-europäischen Perspektive – was einen etwas anderen, vielleicht klareren Blick auf das Ganze verspricht. Ich finde ihn auf jeden Fall lesenswert.

Der Economist hingegen verwirft Plan A, also bailouts von Ländern in Schwierigkeiten, zu Gunsten eines Plan B: Umschuldung. Warum er aber meint, Plan A sei einen Versuch wert gewesen, ist mir ein Rätsel: ja, man hat sich Zeit gekauft, aber die Rechnung dafür zahlen die Steuerzahler – und nicht die Aktionäre und Gläubiger europäischer Banken, die für diesen ganzen Mist verantwortlich sind. Gerade für den sonst so markt-liberalen Economist sollte das ein Skandal erster Güte sein, wenn Marktwirtschaft nur bedeutet, dass die Gewinne in Privathände fließen, die Verluste aber nicht. Die panische Angst vor Bankenkrisen (“Lehman-like chaos”) hat auch dem Economist offenbar das Hirn vernebelt. Abgesehen von dieser Enttäuschung aber ein lesenswerter Artikel.

Dass aber in beiden das Versagen der EZB in der gegenwärtigen Krise nicht vorkommt, obwohl hier ein zentrales Element der Krisenbewältigung liegt, finde ich bei Krugman verwunderlich und beim Economist ärgerlich.

Trotz allem viel Spaß bei der Sonntagslektüre!

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