Milleniumsdörfer, Update

Da ist mir doch glatt der Aid Watch Eintrag entgangen, ein VWL Blog mit Schwerpunkt Entwicklung, soll aber hier nachgeliefert werden. Darin heißt es

In today’s new formulation, the MVP is a means to show that by spending an amount roughly equal to 100 percent of the village’s per capita income on already “proven” interventions, for a period of 10 years, it can allow that village, for at least one moment in time in 2015, to step across the finish line demarcated by the Millennium Development Goals.

Das ist fast schon sarkastisch, aber vermutlich richtig: die MD Vertreter wollen auf einmal nicht mehr der Welt beweisen, dass es eine Art Armutsfalle gibt, in der die Menschen stecken, sondern nur noch für dieses Dorf die Milleniumsziele erfüllen. Und das noch nicht mal dauerhaft — einen langen Zeithorizont der Evaluation lehnen sie ab. Das ist schon sehr wenig.

Krugman wird korrigiert

In diesem Eintrag erklärt Krugman quantitative Lockerung (quantitative easing, oder kurz QE) während der Großen Depression und dass der Aufschwung schon davor eingesetzt hätte. Daraufhin kommentiert Gauti Eggertson, dass die Ankündigung einer anderen Geldpolitik in der Zukunft schon große Effekte hatte, bevor diese andere Geldpolitik eintrat. Das passt genau zu meinem Eintrag über Woodford und seinen Artikel über zukunftsbezogene Geldpolitik.

Krugman gesteht zwar zu, dass Eggertson Recht hat, aber er sagt, das sei heute keine Option. Die Erklärung bleibt er schuldig. Auch die Fed hätte ein Preislevelziel vorgeben können (das holprige Wort fur price level targeting), das wäre ein solcher regime change (Politikwechsel) gewesen. Für die EZB gilt das gleiche. Statt dessen hat man die USA und den Euroraum nahe an die Deflation geführt.

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